Andermatt Swiss Alps Classics · Andermatt Swiss Alps Classics

Mozarts unzählige Facetten

Zum Einen ist da natürlich seine die Musik, die weltbekannt ist und Millionen von Menschen berührt. Zum Anderen gibt es aber auch Seiten des berühmten Komponisten, die vielleicht nicht einmal „Insider“ kennen.

Wie, zum Beispiel, sah „Mozarts literarische Welt“ aus? Welche Klischees haben sich über die Jahrhunderte hartnäckig gehalten und was hält der wissenschaftlichen Überprüfung stand? Welche Rolle spielten „Mozarts Krankheiten“ bei seinem frühen Tod im Alter von 35 Jahren? Als Sechsjähriger schrieb Mozart seine erste Komposition, seit rund einem Vierteljahrtausend werden seine Werke aufgeführt. Wie sieht es mit der „Pflege von Mozarts Werken“ aus? Hochspannende Vorträge von hochrangigen Professoren begleiten das Andermatt Swiss Alps Classics. Ort: Hotel The Chedi Andermatt.

Am Montag, den 26. Juni eröffnet Univ.-Prof. Dr. Herbert Zeman die Vortragsreihe mit „Mozarts literarische Welt“. Um 11:00 Uhr wird im Hotel The Chedi Andermatt zu hören sein, für welche Literatur sich Mozart interessiert hat und welche ihn besonders inspirierte.

Herbert Zeman, emeritierter Ordinarius für neuere Deutsche und Österreichische Literatur an der Universität Wien, ist heute der Doyen und die führende Autorität auf diesem Forschungsgebiet. Er lehrte an den bedeutendsten Universitäten aller Kontinente und beeinflusste die Forschung durch seine zahlreichen Publikationen richtungsweisend. Zemans besonderes Interesse gilt der deutschen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere der Goethe-Zeit im engeren Sinn. Zudem erforscht er die österreichische Literatur in ihrer Gesamtentwicklung sowie das Zusammenwirken von Dichtung und Musik. Neben seinen Publikationen hat Professor Zeman auch durch seine Tätigkeit als Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschafft und weitere öffentliche Funktionen prägenden Einfluss auf das allgemeine kulturelle Leben in Österreich.


Am Mittwoch, den 28. Juni (15:00 Uhr), wird Prof. Dr. Dr. h. c. Otto Biba, über „Mozart: Klischee und Wirklichkeit“ sprechen. Was ist nun wirklich wahr an den unzähligen Geschichten und Anekdoten über Mozart? War er tatsächlich im Umgang mit Erzbischöfen und dem kaiserlichen Hof des Öfteren frech, in seinen Manieren manchmal wenig vornehm? Darüber und über viele andere Aspekte wird uns Professor Biba erzählen, der meint: „Vor allem das Miteinander von Musik und Wissenschaft halte ich für besonders wichtig. Das Publikum soll bei einem Musikfestival authentisch und auf letztem Wissensstand über Komponisten, deren Werke auf dem Programm stehen, informiert werden und die Möglichkeit erhalten, das eigene Bild von diesen Meistern auf Legende und Wahrheit zu überprüfen, zu aktualisieren und zu ergänzen.“

Professor Biba ist seit 1979 als Archivdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien tätig und lehrte ferner an der Universität Wien sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Zahlreiche Publikationen sowie Editionen von mehr als 120 musikalischen Werken aus der Zeit des Barock, der Klassik und der Romantik zeugen von seinem umfassenden Wissen. Daneben agiert er als Kurator von Ausstellungen in Europa, den USA und Japan und hält Vorträge auf der ganzen Welt.


Schon am darauffolgenden Tag, am Donnerstag, den 29.06., wird Univ.-Prof. Dr. iur. Dr. phil. Oliver Rathkolb über „Leopold Mozart und seine Welt“ referieren. Obwohl selbst Komponist von Werken, die noch heute aufgeführt werden, und Verfasser einer weltberühmten Violinschule, ist Leopold Mozart einer breiten Öffentlichkeit beinahe ausschließlich als Erzieher und Ratgeber seiner Kinder Maria Anna (Nannerl) und Wolfgang bekannt. Oliver Rathkolb beleuchtet in seinem Vortrag die Weltsicht dieses humanistisch gebildeten Musikers, der die Entwicklung und Laufbahn seines Sohnes entscheidend beeinflusste – und letztlich dem Weg des Genies nicht folgen konnte.

Univ.-Prof. Dr. iur. Dr. phil. Oliver Rathkolb ist als Institutsvorstand am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien tätig. Er ist ferner Herausgeber der Fachzeitschrift „zeitgeschichte“ sowie Mitglied bzw. Wissenschaftlicher Beirat mehrerer Gremien (Europäisches Parlament/Brüssel, Jüdisches Museum Wien, Haus der Geschichte etc.). Für seine zahlreichen Publikationen erhielt er mehrere Auszeichnungen wie etwa den Donauland-Sachbuchpreis Danubius (2005), den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2005), den Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften oder das Grosse Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2016).

Am Freitag, den 30. Juni, um 15:00, befasst sich der Musiker und Arzt Prof. Priv-Doz. Dr. med. Manfred Hecking mit „Mozarts Krankheiten“. Als Kontrabassist war er Mitglied der Münchner Philharmoniker (1999–2001) und der Wiener Philharmoniker (2001–2006). In seinem „zweiten“ Leben promovierte Hecking zum Doktor der Medizin und kennt somit beide Seiten – die Musik und die Medizin. Deshalb ist es doppelt spannend, wenn er über die Krankheiten Mozarts erzählt. Waren es die damaligen Lebensbedingungen, die Menschen generell öfter krank werden liessen, waren es die vielen Reisen des jungen Mozarts, waren es die ständige Konzentration, Anspannung und der Erwartungsdruck, dem Mozart ausgesetzt war, die ihn leichter erkranken ließen?

Professor Hecking wird neue Erkenntnisse ermöglichen: „In ihrer Verbindung lassen sich (medizinische) Wissenschaft und Musik, also Geist und Kultur, besser und tiefer erleben. Daher freue ich mich besonders, beim Festival ‚Andermatt Swiss Alps Classics‘ nicht nur mitspielen (Anm. Redaktion: es wurde in einem früheren Newsletter darüber berichtet), sondern auch vortragen zu dürfen – über Mozart, vorrangig aus medizinischer Sicht.“


Den Abschluss der wissenschaftlichen Vorträge macht der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer. Er wird „Zur Pflege von Mozarts Werken“ sprechen, die neben profunder Kenntnis von Leben und Schaffen des Meisters auch eines besonderen Einfühlungsvermögens in seine Musik bedarf.

Dominique Meyer wurde 1955 im Elsass geboren und war von 1979 bis 1988 Professor für Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Verwaltung an zahlreichen Instituten in Paris und Lyon. Er arbeitete in unterschiedlichen Positionen des öffentlichen Dienstes und war maßgeblich an der Gründung der ersten CD-Fabrik Frankreichs (der zweiten weltweit) beteiligt. Von 1984 bis 1986 gehörte er dem Kabinett des Kulturministers Jack Lang in beratender Funktion an, 1986 bis 1988 stand er den Präsidenten der Pariser Oper, Pierre Viot und Raymond Soubie, zur Seite. 1988 war er Berater im Kabinett des Ministeriums für Kultur und Kommunikation. 1989 bis 1990 war Dominique Meyer Generaldirektor der Pariser Oper mit Palais Garnier und Opéra Bastille, von 1999 bis 2010 Generalintendant und Künstlerischer Leiter des Théâtre des Champs-Elysées in Paris. Seit 1. September 2010 ist er Direktor der Wiener Staatsoper, daneben auch Lehrbeauftragter am Institut für Theater-, Film und Medienwissenschaft an der Universität Wien.

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